Intel Cascade Lake und Oracle Database SE2 ein künftiges Risiko?

Wie schon bei vielen AMD Nutzern bekannt und beliebt setzt nun auch Intel auf die technischen Vorteile, welche ein Multichip Layout bietet.

Mit den seit Q2/2019 verfügbaren und nun langsam in den Markt auftauchenden Intel-Cascade-Lake-Mikroarchitektur Familie von 64-Bit-Mikroprozessoren für Server, stellt sich in Zukunft das Problem des lizenzkonformen Betriebs von Standard Edition 2 Datenbanken.

Diese Mehrkernprozessoren mit 4 bis 28 (SP) Kernen stellen die Nachfolger der Intel-Skylake-Mikroarchitektur-basierten Intel-Xeon-Prozessoren dar.

Sie werden jedoch im Gegensatz zu Ihren Vorgängern (obwohl in einem Gehäuse vergossen) Aufgrund ihres Layouts mit mehreren Prozessor Chips auf einer Platine nicht als Multichip Prozessoren gewertet.

Das neue Prozessor Layout ist derzeit bei der „Advanced Performance“ Serie verfügbar Xeon® Platinum 9282, 9242, 9222 und 9221.

Wir gehen davon aus, dass Intel diese Technogie noch weiter verbreiten wird.

Lizenzregeln

Es gibt zu Multichip Prozessoren eine seit 2007 bestehende Definition in den Oracle Lizenzverträgen, die in diesen Fällen nun nach vielen Jahren wieder zu Tragen kommt  ( nachzulesen unter der allgemeinen Prozessordefinition):

 

Bei der Lizenzierung von Oracle Programmen mit Standard Edition 2, Standard Edition One oder Standard Edition im Produktnamen (hiervon ausgenommen sind WebCenter Enterprise Capture Standard Edition, Java SE Abonnement, Java SE Support, Java SE Advanced and Java SE Suite) wird ein Prozessor mit einem belegten Socket gleichgesetzt; bei Modulen mit mehreren Chips hingegen wird jeder Chip mit einem belegten Socket gleichgesetzt.“

 

Somit haben wir die Situation, dass bei einer Nutzung von Intel-Cascade-Lake Prozessoren aus der Advanced Perfomance Linie für EINEN belegten Sockel ZWEI Prozessorlizenzen schlagend werden.

Weiters wären bei Maschinen, welche mit zwei solcher Prozessoren bestückt sind, das erlaubte Lizenzmaxima nicht mehr gegeben und eine Lizenz der Oracle Database Enterprise Edition notwendig!

Tipp: Es ist vor jedem Hardware-Upgrade zu prüfen, ob der Prozessor zum gewählten Lizenzmodell passt.

Auch bei einem Upgrade der Infrastruktur mit den besten Absichten kann der Lizenz- und Kosteneinsatz sich um das 20-fache erhöhen, sofern man wie oben beschrieben durch das Multi-Chip Layout gezwungen ist, von Standard Edition Database Lizenzierung auf Enterprise Edition Database Lizenzierung zu migrieren.

Die Liste der betroffenen Prozessoren finden Sie hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Intel_Xeon_(Cascade_Lake)

oder hier:

https://www.intel.de/content/www/de/de/design/products-and-solutions/processors-and-chipsets/cascade-lake/2nd-gen-intel-xeon-scalable-processors.html

Autor: Berhard Halbetel

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